Barrierefreiheit: Warum sie wichtig ist und wie du deine Website in 5 Schritten optimierst

Barrierefreiheit ist nicht nur ein gesetzliches Muss ab Juni 2025, sondern auch eine Chance, deine Website für alle Menschen zugänglich zu machen. In diesem Artikel erfährst du, warum Barrierefreiheit wichtig ist, welche Zielgruppen davon profitieren und wie du deine Website in fünf einfachen Schritten optimieren kannst.

Das Barrierefreiheitsgesetz: Was steckt dahinter?

Ab dem 28. Juni 2025 tritt das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz (BFSG) in Kraft. Dieses Gesetz basiert auf der EU-Richtlinie zur Barrierefreiheit (European Accessibility Act) und verpflichtet Unternehmen, ihre digitalen Produkte und Dienstleistungen barrierefrei zu gestalten. Das betrifft unter anderem Websites, Apps, Online-Shops und Bankdienstleistungen.
Ausgenommen sind “Kleinunternehmen unter 10 MItarbeitern und 2 Millionen Jahresumsatz.

Warum Barrierefreiheit für jede Website wichtig ist

Ganz einfach, die Zielgruppe ist groß: Menschen mit Behinderungen, ältere Personen, aber auch temporär beeinträchtigte Nutzer wie Menschen mit einem gebrochenen Arm oder einer Sehschwäche profitieren von barrierefreien Angeboten. In Deutschland leben etwa 7,9 Millionen schwerbehinderte Menschen – das sind rund 9,3 % der Gesamtbevölkerung

Barrierefreiheit bedeutet mehr als nur gesetzliche Anforderungen zu erfüllen. Sie öffnet deine Website für eine Vielzahl von Nutzern und steigert die Nutzerfreundlichkeit für alle. Wenn jemand mit einer Einschränkung Deine Seite nicht konsumieren kann, aber die Deines Wettbewerbers, für wen wird die Person sich wohl entscheiden?

Es spielt auch Deiner Suchmaschinenstrategie in die Hände. Unabhängig davon, dass technische und saubere Struktur der Barrierefreiheit hilft und damit automatisch auch google Deine Seite besser versteht, Deine Bouncerates sinken, Deine Verweildauer steigt. Alles Faktoren die Dir in Rankings helfen.

Hier sind einige Gründe, warum Barrierefreiheit entscheidend ist:

  • Inklusion: Menschen mit Behinderungen können uneingeschränkt am digitalen Leben teilnehmen. Unabhängig davon, wie man über bestimmte Gesetze und Richtlinien denkt – das ist einfach etwas Gutes und lange überfällig!
  • Reichweite: Eine barrierefreie Website erreicht mehr potenzielle Kunden – allein in Deutschland gibt es Millionen von Menschen mit Einschränkungen.
  • SEO-Vorteile: Barrierefreie Websites sind oft besser strukturiert und dadurch auch für Suchmaschinen leichter zugänglich.
  • Wirtschaftlicher Nutzen: Durch die Erschließung neuer Zielgruppen kannst du Wettbewerbsvorteile erzielen.

5 Schritte zur Optimierung deiner Website

Hier sind fünf einfache Schritte, um deine Website barrierefrei zu gestalten:

1. Bestandsaufnahme und Analyse

Beginne mit einer gründlichen Analyse deiner bestehenden Website. Nutze Tools wie WAVE oder Axe, um Schwachstellen in Bezug auf Barrierefreiheit zu identifizieren. Achte besonders auf die Navigation, Texte und interaktive Elemente, sowie Farbkontraste. Das Ziel ist, das Deine Website optimal lesbar ist, von Screenreadern verstanden werden kann und statt mit einer Maus auch mit einer Tastatur bedienbar ist.

2. Priorisierung und Planung

Lege fest, welche Anpassungen am dringendsten erforderlich sind. Wichtige Maßnahmen umfassen:

  • Vorbereitung von Alternativtexte für Bilder (nach wie vor super wichtig für SEO)
  • Verbesserung der Tastaturzugänglichkeit (teste schlicht, ob das überhaupt funktioniert)
  • Erhöhung der Kontrastverhältnisse
  • Allgemein: Geh nach Pareto vor. Setze die Maßnahmen um, die die größten Probleme beseitigen, bevor Du dich in Details verlierst.

3. Umsetzung der Maßnahmen

Arbeite die geplanten Änderungen systematisch ab:

  • Verwende klare und einfache Sprache.
  • Optimiere die Schriftgröße (mindestens 16 Pixel) und achte darauf, dass diese Schriften bei Anpassung der Vergrößerung mit skalieren.
  • Stelle sicher, dass alle interaktiven Elemente über die Tastatur bedienbar sind.

4. Testen und Überprüfen

Führe regelmäßige Tests durch, um die Barrierefreiheit deiner Website zu überprüfen. Tools wie Lighthouse oder der Accessibility Checker im Chrome-Browser können dir dabei helfen. Hole dir Feedback von Menschen mit unterschiedlichen Einschränkungen.

5. Kontinuierliche Pflege und Updates

Barrierefreiheit ist ein fortlaufender Prozess. Überprüfe regelmäßig deine Inhalte und Funktionen auf Aktualität und Zugänglichkeit. Neue Inhalte sollten stets barrierefrei gestaltet werden.

Nützliche Ressourcen

Hier findest du hilfreiche Links, um dich weiter über Barrierefreiheit zu informieren:

Fazit

Barrierefreiheit ist kein Luxus, sondern eine Notwendigkeit – sowohl aus rechtlicher als auch aus ethischer Sicht. Mit den oben genannten Schritten kannst du sicherstellen, dass deine Website den Anforderungen entspricht und gleichzeitig allen Nutzern eine positive Erfahrung bietet. Pack es an – denn digitale Inklusion beginnt bei dir!
Du benötigst Unterstützung in diesem Bereich? Sprich uns an! Wir unterstützen Dich sowohl bei der Analyse, als auch bei der Umsetzung!

Geschrieben von Sebastian Berger
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